Sozialer Notstand - Wie sozial sind die Sozialsysteme von Deutschland und Tschechien in Wirklichkeit?

Das Beispiel einer chronisch kranken Frau
mit Brittle-Diabetes und einer Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörung

Jedes Jahr sterben in Deutschland zwischen 18.000 bis 30.000 Diabetiker Typ 1 an einer schweren Hypoglykämie

Wie die gesetzliche tschechische Rentenversicherung im Fall Karin reagiert - Teil 6

VZP

Am 09.02.2017 traf hier mit normaler Post ein Schreiben der Hauptverwaltung der ÈSSZ in Praha (Prag) ein. Es handelt sich um eine Mitteilung über die Berechnung der Rente (Oznámení o vyúètování dùchodu). Das Schreiben hat die Unterschrift der zuständigen Abteilungsleiterin, Frau Ing. Milena Talafúsová. Es wird in dem Schreiben mitgeteilt, dass der Auszahlungstermin für die Rente der 10. Tag des Monats ist. Weiter wird mitgeteilt, dass Karin für die Zeit vom 10.08.2015 bis 09.03.2017 einen Betrag von 9.398 Tschechischen Kronen erhalten wird. (Umgerechnet 348 € Invalidenrente für 18 Monate!)

Nach vielen Monaten Wartezeit hat Karin am 10.02.2017 zum ersten Male ihre tschechische Invalidenrente ausbezahlt bekommen! Für den Zeitraum vom 10.08.2015 bis 09.03.2017 wurde ein Betrag von 9.398 Tschechischen Kronen ausbezahlt - oder in anderen Worten: etwa 348 € Rente für einen Zeitraum von 18 Monaten! Eine solche niedrige monatliche Rente (506 Tschechische Kronen, etwa 18,70 €) - die alleine nicht die Lebensexistenz absicheren kann - erhält man im Jahre 2017 NICHT IN EINEM LAND DER DRITTEN WELT - NEIN, SONDERN IN DER EUROPÄISCHEN UNION!

Mal etwas Erfreuliches: Am 15.02.2016 wurde von dem tschechischen Rentenversicherungsträger ein Betrag von 1.200 Tschechischen Kronen (etwa 44,40 €) überwiesen. Es handelt sich um eine einmalige Beihilfe für Rentner gemäß dem tschechischen Gesetz Nr. 381/2015 Sb. Danach erhalten diese Beihilfe alle Rentner, die im zweiten Halbjahr 2015 einen Anspruch auf Auszahlung einer tschechischen Rente hatten.

Auch in weiterer Hinsicht hebt sich das Rentensystem der Tschechischen Republik von dem in Deutschland ab. In Deutschland müssen die Rentner von ihrer (meist kleinen) Rente noch Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung - sowie auch noch Steuern zahlen. So wird mit Rentnern in Deutschland umgegangen! In der Tschechischen Republik dagegen werden die Rentner nicht abgezockt. Die Krankenversicherung ist kostenlos, die Kosten dafür trägt der Staat. Steuern müssen die tschechischen Renter auch nicht bezahlen, denn hier im Lande gelten Renten als soziale Leistungen, die steuerfrei sind. Da kann sich Deutschland noch eine Scheibe abschneiden! Was natürlich auf einem anderen Blatt steht, sind die hohen Lebenskosten. Die Lebensmittel sind teurer als in Deutschland und meist von minderer Qualität. Die Mieten und die Nebenkosten sind auch hoch. So müssen viele tschechische Rentner weiterhin im Berufsleben stehen, um überhaupt wirtschaftlich existieren zu können.

Karin bezieht monatlich eine tschechische Invalidenrente von 506,- Tschechischen Kronen, dass sind jährlich 6.772,- Tschechische Kronen. Als langjährige Diabetikerin unterliegt Karin der intensivierte Insulinteraphie. Sie braucht täglich dafür mindestens 4-5 Blutzuckerteststreifen, was jährlich etwa 1.460 bis 1.825 Blutzuckerteststreifen entspricht. Die tschechische Krankenkasse trägt lediglich für 1.000 Blutzuckerteststreifen die Kosten, wobei dafür noch ein Selbstanteil von etwa 678,- Tschechischen Kronen anfällt. Die restlichen 460 bis 825 Blutzuckerteststreifen muss Karin aus eigener Tasche bezahlen. Die Kosten dafür belaufen sich zwischen 4.646,- bis 8.332,50 Tschechischen Kronen - und das bei einer Jahresrente von 6.772,- Tschechischen Kronen! DAS IST EINE SCHANDE FÜR DAS SOGENANNTE SOZIALSYSTEM - DAS DEN NAMEN DAFÜR NICHT VERDIENT!

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Letzte Aktualisierung am 03.01.2018

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